Das Zunfthaus

Die älteste erhaltene Darstellung des alten Zunfthauses mit dem hölzernen Vorbau (links). Die Reichsstrasse führt unter den Bögen der Häuser der Limmat entlang. Dahinter das Grossmünster, damals noch mit Spitztürmen. Ausschnitt aus dem Altarbild von Hans Leu, geschaffen kurz vor 1500.

Der Wiederaufbau des Hauses zum Roten Adler, besser bekannt unter dem Namen Zunfthaus zur Zimmerleuten, ist im Oktober 2010 vollendet worden. Nach dreijähriger Arbeit wurde eines der ältesten und schönsten Zunfthäuser, Zeuge der Geschichte Zürichs, am 2. Oktober 2010 offiziell wieder eröffnet.

850-jährige Geschichte

Als die Zunft zur Zimmerleuten Mitte des 15. Jahrhunderts ihr Haus erwarb, war es noch ein eingeschossiges Holzhaus mit dem Namen „Haus zum Roten Adler“. Weit ältere Teile kamen im Rahmen des Wiederaufbaus in dessen rückwärtigem Bereich zum Vorschein und zeigen gut erhaltene Teile eines dreistöckigen Wohnturms aus dem Jahre 1156 – diese Mauern werden im wieder aufgebauten Zunfthaus erhalten bleiben.

1708 wurde das damals bereits rund 550 Jahre alte Zunfthaus abgerissen und durch einen um ein Geschoss höheren Steinbau ersetzt. In den letzten 300 Jahren erfuhr das Äussere des Hauses nur wenig bauliche Veränderungen, und zahlreiche Bestandteile sowohl innen wie aussen stufte die Denkmalpflege des Kantons Zürich deshalb als besonders schützenswert ein. Das Haus präsentierte sich stilvoll, ja beinahe zierlich und war ein wahres Prunkstück der Stadt Zürich.

Die durch den Brand in der Nacht vom 14./15. November 2007 entstandenen Schäden waren immens und zahlreiche historische Kostbarkeiten wurden ein Raub der Flammen. Zeugen meisterlicher Handwerksarbeit fanden sich an dutzenden Stellen, so etwa im Eingangsbereich und im 1. Stock, vor allem aber im wunderschönen Zunftsaal im 2. Stock. Glücklicherweise waren umfangreiche Text- und Bild-Quellen verfügbar, so dass der  Wiederaufbau entsprechend dem bis zu 850-jährigen Original möglich war.

Oberstes Ziel des Wiederaufbaus war die Wiederherstellung der kunsthistorisch wertvollen Teile des Hauses - das ist gelungen. Die Hauptnutzung erfolgt wie vor dem Brandereignis durch die Gastronomie-Betriebe, in denen insgesamt rund 50 Arbeitsplätze zur Verfügung stehen werden. Der Öffentlichkeit steht damit wiederum ein spezieller Ort für Feiern, Hochzeiten und andere Anlässe zur Verfügung.